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Jeanne d'Arc

2023

Kostüm, Maske:

Rosalie Wellerdiek

Foto:

Martin Ehmig

Model:

Anna Stenzel

2023

Das Kostümprojekt Jeanne d’Arc entstand aus dem Wunsch, die Herstellung von Rüstungen zu erlernen und dieses Handwerk mit der Darstellung einer historischen, feministischen Figur zu verbinden. Es wurden Kostüme für drei Szenen aus ihrem Leben entworfen: ihre erste Audienz im roten Kleid, ihren Feldzug und ihre Hinrichtung auf dem Scheiterhaufen. Die Entscheidung fiel auf die Umsetzung der Rüstung. Jeanne d’Arc ist für mich eine besonders faszinierende Figur, weil ihre „Rebellion“ nicht aus einem direkten Wunsch nach Provokation entstand, sondern aus der Notwendigkeit, zu überleben.

Jeanne trug Rüstung und Hosen nicht nur als Schutz auf dem Schlachtfeld, sondern auch, um sich im Heerlager und später im Gefängnis vor Übergriffen durch Männer zu schützen. Letztlich führte diese Entscheidung, Hosen zu tragen, zu ihrer Verurteilung und Hinrichtung, da ihr Auftreten als Frau in Männerkleidung als Ketzerei angesehen wurde.

Die Silhouette der 1920er-Jahre inspirierte das Projekt aufgrund ihrer feministischen Parallelen zu Jeanne d’Arc, besonders im Hinblick auf Kleidung und Rollenbilder. Nach dem Ersten Weltkrieg begannen Frauen, zunehmend in die Arbeitswelt einzutreten und wählten praktischerweise oft maskulinere Kleidung – nicht nur als modisches Statement, sondern auch aus funktionalen Gründen. Wie zu Jeanne d’Arcs Zeit stießen auch diese emanzipatorischen Entwicklungen auf starken Widerstand, insbesondere von vielen Männern, die den Wandel ablehnten. Beide Epochen spiegeln den mutigen Schritt von Frauen wider, traditionelle Rollen zu hinterfragen und ihre Identität auch durch Kleidung neu zu definieren.

Die Rüstung besteht aus Filz, der mit Gewebefüller und Webstoffen nachbearbeitet wurde. Kettenhemd und Haube sind gehäkelt. Die Fahne ist handbemalt und orientiert sich eng an Interpretationen des Originals. Zum Abschluss wurde die Rüstung kontrastreich bemalt.

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